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Pflegestufe beantragen: Das Verfahren im Detail

Wer Unterstützung von seiner Pflegekasse für die Versorgung eines Angehörigen oder für sich selbst haben möchte, muss eine Pflegestufe beantragen. Der folgende Prozess ist gesetzlich geregelt und geschieht in drei bis vier Schritten, die mit dem Bescheid der Kasse auf Grundlage eines Gutachtens des MDK enden.

Um finanzielle Unterstützung für die Pflege zu erhalten, muss ein Antrag auf Pflegestufe bei der zuständigen Kasse gestellt werden. Diese erreicht man zumeist problemlos über die eigene Krankenkasse. Für die erste Kontaktaufnahme reicht ein formloses Schreiben, welches das eigene Anliegen erläutert. Die Pflegeversicherung wird anschließend das passende Formular senden, mit welchem das eigentliche Antragsverfahren beginnt. Das formlose Schreiben sollte unbedingt ein Datum tragen, denn zu diesem werden die Leistungen gewährt, sollte der Antrag Erfolg haben. Wenn man eine Pflegestufe beantragen möchte, empfiehlt sich das formlose Schreiben auch deshalb, weil viele Versicherungen unterschiedliche Formulare haben und man so nicht Gefahr läuft, den falschen Bogen auszufüllen und zu versenden.

Der Antrag Pflegestufe: Das weitere Verfahren

Die Pflegeversicherung sendet den tatsächlichen Antrag zu, der gemeinsam von der zu pflegenden Person und den Angehörigen ausgefüllt werden sollte. Es empfiehlt sich, zuvor einen Arzt zu konsultieren, der eine Einschätzung darüber abgeben kann, ob überhaupt Aussicht auf eine Pflegestufe besteht. Für das Ausfüllen des Antrags bieten zudem viele ambulante Pflegedienste kostenlose Beratungen an. Das Dokument wird anschließend an die Kasse zurückgesendet. Diese beauftragt den MDK (Medizinischen Dienst der Kassen) damit, ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit durchzuführen. In den kommenden Wochen wird sich der Gutachter, der entweder Arzt oder gelernte Pflegekraft ist, melden und einen Termin ausmachen. Das eigentliche Gespräch mit diesem dauert 45 Minuten. Anwesend sein müssen dabei unbedingt die zu pflegende Person sowie ein etwaiger gesetzlicher Vertreter. Der Gutachter wird dabei gemachte Angaben überprüfen und den Pflegebedarf berechnen, um anschließend eine Einstufung vorzunehmen. Er ist dabei allerdings wesentlich weniger frei als die Antragssteller häufig denken. Das Sozialgesetzbuch sowie die Bestimmungen der Kasse machen ihm enge Vorgaben darüber, was er anerkennen darf und mit wie viel Minuten eine Maßnahme in die Berechnung einfließt. Der Bescheid wird anschließend per Post zugestellt. Gegen diesen kann Widerspruch eingelegt werden. In diesem Fall wird ein Obergutachter noch einmal zu Besuch kommen und den Fall entscheiden.

Tipps, um erfolgreich eine Pflegestufe zu beantragen

Es empfiehlt sich, den Gutachter nicht unvorbereitet zu erwarten. Wenigstens zwei Wochen lang sollte deshalb ein Pflegetagebuch geführt werden, in dem alle erbrachten Leistungen sorgsam aufgelistet werden. Vordrucke für ein solches Pflegetagebuch gibt es im Internet, aber auch die Pflegedienste können meist mit einem entsprechenden Dokument helfen. Vor dem Führen des Pflegetagebuchs sollte man zudem im Internet die Richtwerte für jede Pflegemaßnahme recherchieren, die der Gutachter zur Berechnung verwenden wird, um diese mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen.

Beim Gespräch mit dem Gutachter sollten Angehörige darauf achten, dass die zu pflegenden Personen keine wichtigen Informationen verschweigen, die für die Einstufung in die Pflegestufe ausschlaggebend sein könnten. So verschweigen ältere Menschen beispielsweise häufig aus Scham Inkontinenz. Doch die entsprechenden Maßnahmen, die nötig sind, um mit diesem Problem umzugehen, gehören zum einen teilweise zur Grundpflege und kosten zum anderen viel Zeit. Die Inkontinenz kann deshalb darüber entscheiden, ob man überhaupt eine Pflegestufe bekommt oder nicht.

Zusammengefasst: So sollte man eine Pflegestufe beantragen

  • Expertise vom Arzt einholen
  • formloses Schreiben an die Kasse senden
  • Pflegetagebuch besorgen und wenigstens zwei Wochen führen
  • abgleichen des eigenen Zeitbedarfs mit den Richtwerten des MDK
  • Antrag mit Hilfe von Experten ausfüllen
  • ehrliches Gespräch mit dem Gutachter, bei dem nichts verschwiegen wird.
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